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Golfpark Böhmerwald

Grabendes Tier

Das Thema GRABENDES TIER wird in den OFFIZIELLEN GOLFREGELN im Punkt 25 UNGEWÖHNLICH BESCHAFFENER BODEN, EINGEBETTETER BALL UND FALSCHES GRÜN behandelt. Wir möchten für unsere Golfer an dieser Stelle eine der "abenteuerlichsten" Golfregeln ein wenig erläutern und folgende Fragen beantworten:

  • "Was tun, wenn mein Golfball in einem Mausloch, an einem Maulwurfhügel oder ähnlichem liegt?",
  • "Darf man den Ball besserlegen?",
  • "Bekommt man dafür Strafschläge?"

Zuerst aber müssen wir die Frage klären:

  • "Was ist denn ein Grabendes Tier?"

Gleich zu Beginn der Hinweis, dass ein "grabendes Tier" nur die umgangssprachliche Abkürzung für "Erdgänge grabendes Tier" ist. Offiziell bezeichnen wir damit jene Tiere, die einen Bau als Unterkunft oder zu deren Schutz in der Erde anlegen. Das wären zum Beispiel Kaninchen, Murmeltiere, Erdhörnchen, Salamander oder oben erwähnte Mäuse und Maulwürfe. Sollte ein Loch oder ungewöhnlich beschaffener Boden von einem Tier stammen, das keine natürlichen Erdgänge gräbt (z.B. von einem Hund oder von Raben die nach Engerlingen suchen und dazu das Fairway aufreissen), dann gilt dies nicht (!!) als ungewöhnlich beschaffener Boden. Es sei denn, es wurde als Boden in Ausbesserung gekennzeichnet oder mittels Platzregel dazu erklärt. Gräben von Würmern, Insekten oder Ähnlichem gelten ebefalls nicht (!!) als ungewöhnlich beschaffener Boden. Dafür ist das aufgeworfene Material einfach zu gering.

Nehmen wir also an, dass unser Ball auf, an oder in der Nähe eines Maulfwurfhügels zu liegen gekommen ist. Die offziellen Golfregeln nennen diese Situation "eine Behinderung durch einen ungewöhnlich beschaffenen Boden". Die Situation tritt immer dann ein, wenn ein Ball in einem solchen Umstand liegt, diesen berührt oder wenn durch diesen Umstand die Standposition des Spielers oder der Raum seines beabsichtigten Schwungs betroffen ist.

Das bedeutet, dass der Spieler den Ball straffrei von dem Maulwurfshügel entfernen kann, wenn:

  • der Ball direkt am Hügel liegt,
  • den Maulfurfshügel berührt,
  • der Spieler in der Schwungbewegung vom Hügel gestört wird oder
  • die gewöhnliche Standposition des Spielers nicht eingenommen werden kann, er also am Hügel stehen müsste, um schlagen zu können.

In all diesen Situationen wird der Ball zur Erleichterung aufgenommen und straflos innerhalb einer Schlägerlänge vom nächstgelegenen Punkt der Erleichterung fallen gelassen.

Nicht erlaubt ist hingegen die Konstruktion eines ungewöhnlich beschaffenen Bodens, um sich eine straflose Erleichterung zu ergattern! Daher gilt, dass eine Behinderung durch ungewöhnlich beschaffenen Boden nur dann vorliegt, wenn folgende Fragen positiv bewertet werden können:

  • Ist die geplante Spielrichtung unter den gegebenen Umständen plausibel?
  • Passt die eingenommene Standposition zu dem von dem Spieler auch sonst üblicherweise eingenommenen Stand?
  • Ist der Raum des beabsichtigten Schwungs mit der Simulation eines normalen Schwungs beschrieben worden oder versucht der Spieler, mit einem ungewöhnlichen Schwungradius oder einer ungewöhnlichen Schwungrichtung den ungewöhnlich beschaffenen Boden zu erreichen?

Beispiel: Der Ball kommt in der Nähe eines Maulfwurfhaufens zum liegen. Quer zur freien Spiellinie in Ruchtung Grün befindet sich nur ein schmaler Streifen Semirough. Der Ball ist spielbar und auch die übliche Standposition wird nicht von dem Maulfwurfshaufen gestört. Jetzt behauptet der Spieler statt Richtung Grün zu schlagen lieber zur Seite chippen zu wollen. Dadurch ändert sich die Spielrichtung und der Spieler müsste sich anders zum Ball stellen. Mit der neuen Standposition berührt er den Maulfurfshügel und er könnte auf die strafliose Erleichterung durch den jetzt "ungewöhnlich beschaffenen Boden" plädieren. Dies ist aber nicht (!!) zulässig, denn der "sichere Schlag auf das Fairway" ist unbegündet!

Ebenfalls muss der Auswurf des grabenden Tieres das Primärhindernis sein, um eine straffreie Erleichterung zu erhalten. Es wäre also nicht erlaubt, dass wenn man den Ball in einen dichten Strauch gespielt hat und dieser dort auf einem Maulfwurfshügel liegt, dann die Schuld dem Grabenden Tier in die Schuhe zu schieben, statt dem Strauch. In diesem fall ist der Strauch das Haupthindernis und es gibt keine Erleichterung.

Eher selten, aber im Golf kann ja bekanntlich alles passieren, ist ungewöhnlich beschaffener Boden durch ein grabendes Tier am Grün. Hier ist eine Behinderung auch dann gegeben, wenn sich ein ungewöhnlich beschaffener Boden auf dem Grün auf der Puttlinie des Spielers befindet.

Jetzt kommen wir noch zu den "Ausreden", denn wir haben von Golfern erfahren, die behaupten, dass deren Ball zu 100% an dieser Stelle gelegen wäre, aber vermutlich in ein tiefes Mausloch gefallen ist. Das der Grund, warum man den Ball nicht mehr finden würde. Auch diese Situation wird von den Golfregelen wie folgt behandelt:

Ball in ungewöhnlich beschaffenem Boden (ausgelöst durch ein grabendes Tier) nicht gefunden!

  • Es ist eine Frage der Umstände, ob ein in Richtung auf einen ungewöhnlich beschaffenen Boden geschlagener, nicht gefundener Ball, tatsächlich in dem ungewöhnlich beschaffenen Boden ist.
  • Um diese Regel anwenden zu können, muss es bekannt oder so gut wie sicher sein, dass der Ball in dem ungewöhnlich beschaffenen Boden ist. Fehlt es an dieser Kenntnis oder Gewissheit, muss der Spieler nach Regel 27-1 verfahren. 27-1 bedeutet nach 5-minütiger erfolgloser Suche Strafschlag und Distanzverlust.
  • Ist es bekannt oder wirklich und wahrhaftog so gut wie sicher, dass ein Ball, der nicht gefunden wurde, zum Beispiel in einem tiefen Mausloch verschwunden ist, dann darf der Spieler die straflose Erleichterung in Anspruch nehmen.

Wir erkennen, dass grabende Tiere einen Einfluss auf das Golfspiel haben können! Wir im Golfpark mögen zwar auch grabende Tiere grundsätzlich sehr gerne, aber wir versuchen mit verschiedenen Aktionen das so zu regeln, dass sie nur dort graben, wo wir nicht Golf spielen und umgekehrt. Maulwurfshügel sind im Golfpark Böhmerwald daher eher die Ausnahme denn die Regel!